# CO₂ aus der Luft: „Man muss nicht alles selbst erfinden“

18. Oktober 2026

[ Apple Podcasts ](https://podcasts.apple.com/de/podcast/id1804980401)[ Spotify ](https://open.spotify.com/show/4jW8zcQBRiMC55gDLLQ6c3)[ RSS ](https://idt.podcaster.de/idt-podcast.rss)[ Mehr Plattformen ](https://episodes.fm/1804980401)

Eine Idee funktioniert im Labor. Aber funktioniert sie auch tausendmal größer? Und wer hilft, wenn ausgerechnet eine Dichtung zum Problem wird?

Das Essener Start-up Greenlyte entwickelt ein Verfahren, um CO₂ aus der Luft zu gewinnen und für die Herstellung synthetischer Kraftstoffe nutzbar zu machen. Der nächste große Schritt: die erste kommerzielle Anlage im Chemiepark Marl. Doch mit der Anlagengröße wachsen auch die Herausforderungen. Was im Labor funktioniert, muss im industriellen Dauerbetrieb zuverlässig, sicher und wirtschaftlich sein. Plötzlich werden Werkstoffe, Bauteile und Dichtungen zu entscheidenden Erfolgsfaktoren.

Greenlyte setzt deshalb auf das Know-how etablierter Industriepartner. Doch die Zusammenarbeit ist nicht immer einfach: Start-ups brauchen schnelle Lösungen, während Industrieunternehmen mit klaren Spezifikationen, bewährten Prozessen und längeren Vorlaufzeiten arbeiten. Wie bringt man diese unterschiedlichen Welten zusammen?

Darüber spricht Simone Wilson, CEO bei IDT, in dieser Podcastfolge mit Tobias Keitel, Chief of Technical Staff bei Greenlyte.

Im Fokus der Folge:

- Warum wird aus einer funktionierenden Laborlösung nicht automatisch eine zuverlässige Industrieanlage?
- Weshalb können Dichtungen bei großformatigen Elektrolysezellen zur Herausforderung werden?
- Warum setzt Greenlyte auf Industriepartner, statt alles selbst zu entwickeln?
- Was müssen Start-ups und etablierte Unternehmen ändern, damit Zusammenarbeit funktioniert?
- Welche Rolle spielen Regulierung und Wirtschaftlichkeit beim Hochlauf synthetischer Kraftstoffe?

Die Erkenntnis: Innovation braucht Tempo. Industrialisierung braucht Erfahrung. Und für den Erfolg braucht es beides.

Jetzt reinhören und erfahren, wie Greenlyte gemeinsam mit Industriepartnern neue Technologien in die Praxis bringt.

Übrigens: [Die wichtigsten Inhalte und Diskussionen gibt es auch als Video](https://youtu.be/DvRniRENoQw).

 Hinweis: Dieses Transkript wurde automatisch durch KI generiert und übersetzt. Es können Ungenauigkeiten auftreten.

(0:00 - 0:21)

**Simone Wilson**

CO2 aus der Luft holen und daraus Grundstoffe für klimaneutrale Kraftstoffe machen, die Technologien dafür gibt es. Doch zwischen einer guten Idee und einer industriellen Anlage liegt ein entscheidender Schritt. Denn was im Labor funktioniert, muss im Dauerbetrieb zuverlässig, wartbar und wirtschaftlich werden und plötzlich rücken ganz klassische Industriethemen in den Mittelpunkt.

(0:22 - 0:43)

**Simone Wilson**

Werkstoffe, Bauteile und Dichtungen. Innovation ist schnell, aber ist die Industrie es auch. Und wie schaffen neue Technologien den Sprung vom Labor in den industriellen Maßstab? Darüber sprechen wir heute im IDT Podcast mit neuen Perspektiven und frischen Impulsen für die Industrie und Dichtungstechnik.

(0:49 - 1:04)

**Simone Wilson**

Bei mir im Studio ist Tobias Keitel, Chief of Technical Staff bei Greenlyte Carbon Technologies hier in Essen. Er verantwortet dort die Entwicklung und Industrialisierung der Elektrolyser. Hallo Tobias, schön, dass du da bist.

(1:04 - 1:25)

**Tobias Keitel**

Hallo, vielen Dank für die Einladung.

**Simone Wilson**

Mein Name ist Simone Wilson, ich bin CEO des Dichtungsspezialisten IDT und führe heute durch das Gespräch. Und vielleicht noch ganz kurz zur Einordnung, Tobias und ich, wir duzen uns, das hat sich in den Vorgesprächen so ergeben und es passt glaube ich zu eurer und unserer Unternehmenskultur und deswegen behalten wir das heute auch bei.

(1:25 - 1:44)

**Tobias Keitel**

Absolut.

**Simone Wilson**

Ja, Greenlyte ist ein Essener Start-up, aber vielleicht für diejenigen, die nicht so in dieser Bubble sind, noch gar nicht so wirklich auf dem Radar. Bevor wir aber über das Unternehmen selbst sprechen, vielleicht noch ein bisschen zu dir.

(1:45 - 2:38)

**Simone Wilson**

Ich weiß aus unserem Vorgespräch, dass das bereits das zweite Start-up ist, dass du skalierst, wie wird man in diesem Business zum Serientäter?

**Tobias Keitel**

Ja, gute Frage. Also vielleicht erst mal zum Background, ich bin Maschinenbauingenieur, hab Fahrzeugtechnik studiert und bin eigentlich immer davon ausgegangen, dass ich in der Automobilindustrie landen werde, hab mein ganzes Studium eigentlich auch darauf ausgelegt, hab sehr viel bei Daimler gearbeitet in verschiedenen Praktikanten- und Werkstudentenrollen und auch verschiedene Bereiche da kennengelernt, war ganz bis zum Ende eigentlich da. Hab aber tatsächlich, wenn es um Start-ups geht, während des Studiums auch schon mal eine erste Start-up-Erfahrung gemacht und zwar hab ich die, ich weiß nicht ob du die noch kennst, die Pinken, die Essenstieferanten Foodora, die war durch die Städte gefahren genau und ich bin da ganz früh rein, auch als Werkstudent und hab das in Köln komplett mit aufgebaut.

(2:39 - 5:50)

**Tobias Keitel**

Das war der zweite Standort nach München und war dann da auch einer der Ersten und hab da, da war ich im ersten Semester, also noch sehr sehr jung und hatte noch nicht viel Berufserfahrung und hab da auf einmal gelernt, wie man irgendwie aus gar nichts ganz viel macht und bin dann daraus 1,5, 2 Jahre später, wo wir abends dann irgendwie 100 Fahrer auf den Straßen hatten und hab da schon gelernt, okay, irgendwie ich bin gestartet, da hatten wir noch keine einzige Bestellung, die erste Bestellung, die es gar wie selbst ausgeliefert und irgendwie 1,5 Jahre später hatte ich 100 Leute auf der Straße, das war eine super Erfahrung, aber hab mich dann doch irgendwie für das Engineering Automotive interessiert und bin da bei Daimler geblieben, hab da viel gemacht und hab dann am Ende des Studiums Leute kennengelernt, die was gegründet haben oder was ausgegründet haben, also Spin-off aus Daimler heraus und zwar war das in einem Hype um 2019, 2020 um die Brennstoffzelle, da gab es so einen riesen Wasserstoffhype, da gab es ja Plug Power als großen Player, die auf einmal wahnsinnige Börsenwerte erzielt haben und tatsächlich hatte ich mit den Geräten von Plug Power bei Daimler zu tun, hat mir das angeschaut und dachte mir, es kann nicht sein, die sind ja echt schlecht, also da gibt es echt viel Verbesserungspotenzial und trotzdem ist es so eine Erfolgsstory, scheinbar, hat sich herausgestellt, ist doch nicht, aber und dann hab ich eben Leute kennengelernt, die genau das auch gesehen haben und haben gesagt, hey, wir machen da jetzt was draus und haben dann in Stuttgart was gegründet, erst innerhalb vom Mercedes, dann hat sich mit Mercedes entschieden, alles zu verkaufen und die haben mich dann gefragt, ob ich da mitmachen möchte und dann war ich dann einer der ersten Mitarbeiter dort und hab das dann auch da von Null mit aufgebaut, genau, und hab dann vier Jahre das da gemacht und tatsächlich auch da, wir hatten am Anfang nichts, also kein Produkt, nur ein paar Ideen von Daimler sozusagen und am Ende hatten wir Brennstoffzellensysteme in der Intralogistik, also für Leute, die nicht so drin sind Gabelstapler, hatten wir in der echten Industrie halt rumfahren, das heißt irgendwie bei Kunden von uns, das war auch öffentlich, also für mein GLOBE Fuel Cell Systems waren zum Beispiel Daimler oder auch BMW, das heißt die Geräte, die wir gebaut haben, fahren jetzt in irgendwelchen BMW-Werken in Leipzig-Regensburg rum und ja und dann hab ich aber irgendwie gemerkt nach einer Zeit, okay, das war jetzt total interessant und super intensiv, aber ich wollte nochmal irgendwie was anderes sehen und ehrlicherweise der Brennstoffzellenmarkt hat sich ja nicht so entwickelt, wie man das oder wie auch ich das gehofft habe und das war schon zunehmend anstrengend in einem Markt sich zu bewegen, der eigentlich nicht da ist, wo man versucht mit tollen Produkten Antworten auf Fragen zu geben, die es vielleicht gar nicht so sehr gibt, wie man denkt und dann gab es halt die Möglichkeit irgendwie sich nochmal umzuorientieren und bin damit Greenlyte in Kontakt gekommen, wo das ja ganz anders ist und hab damit auch bisschen die Seite gewechselt von der Wasserstoffverbrauch und der Stromerzeugung hin zur Produktion von nicht nur Wasserstoff, aber eben auch kombiniert dann eben mit dem Direct Air Capture Ansatz. Das ist so ein bisschen mein Weg, wie ich bei Greenlyte gelandet bin. Genau.

(5:51 - 7:17)

**Simone Wilson**

Aber es ist ja schon spannend, also aus nichts etwas zu machen, mich hatte irgendwo mal gelesen, dass Deutschland Weltmeister ist in der inkrementellen Innovation, also immer so ein Stückchen, aber wenn du das jetzt so erzählst und da seid ihr ja sicherlich nicht die einzigen oder deine Geschichte ist ja auch nicht die einzige, dann hört sich das nicht so zwingend inkrementell an, dann hört sich das schon eher so an, also aus nichts etwas neues zu machen.

**Tobias Keitel**

Ja, ja, also ist schon richtig, wobei vor allem bei der, also jetzt bei Greenlyte ist es noch mehr, noch mal, wie jetzt sage ich mal weniger inkrementell, aber bei GLOBE damals haben wir halt schon einfach, also die Brennstoffzellentechnologie, die gab es ja schon, was wir einfach gemacht haben, ist das halt ein bisschen anders zu denken dann. Und bei Greenlyte ist es, da kommen wir ja noch zu, wir reden ja auch noch darüber, wie klassische Industrie uns helfen kann, da ist eben ein sehr ähnlicher Ansatz, also wir versuchen einfach möglichst viele Teile zu nehmen, die es schon gibt und versuchen die nur ein bisschen anders zu denken und wir glauben, dass man so halt schneller vorankommt, als wenn man jetzt jedes Rat neu erfindet.

**Simone Wilson**

Also Dinge auf den Kopf stellen und einfach mal das Puzzle anders zusammenbrennen.

**Tobias Keitel**

Genau, also es wird eher so, genau, und vielleicht manche Sachen, die irgendwie festgefahren sind, einfach noch mal zu sagen, warum ist es eigentlich so, kann man das nicht doch irgendwie lösen, da findet man meistens irgendwie dann doch Wege, wo man denkt, naja, okay, kann man ja doch etwas einfacher machen. Von daher, ja, ich glaube, es ist beides wahr.

(7:19 - 12:29)

**Simone Wilson**

Ja, bevor wir noch mal zu deiner Rolle konkret kommen bei Greenlyte, kannst du uns einfach mal kurz erläutern, also für die Leute, die nicht so tief drinstecken, was ist Greenlyte und was macht Greenlyte?

**Tobias Keitel**

Ja, sehr gerne. Also Greenlyte ist im Kern ein Energieunternehmen, also wir kommen aus dem Direct Air Capture Bereich, das ist sozusagen der Kern unserer Technologie, das heißt jetzt ganz basic, wir brauchen große Anlagen, Industrieanlagen, die man sich vereinfacht gesagt als Staubsauger vorstellen kann und saugen Luft an und entziehen der Luft, circa die Hälfte des CO2s, die da durchgeht in dem Moment, wo die diesen Staubsauger betreten, wird sozusagen das CO2 aus der Luft rausgezogen und wir haben einen Prozess entwickelt, wo wir dieses CO2 wieder desorbieren können und in Gasfirmen ja Form halt rausbekommen können. Das ist so die ganz grobe Erklärung.

**Tobias Keitel**

Ich habe dir auch mal einen Anschauungsobjekt mitgebracht, das ist ein fünf Liter \[Brauereiname unklar\]-Fass. Wir haben Kooperation mit Gaffel, Stauder und \[Brauereiname unklar\], das ist dann nicht unser Businessmodell, aber wir haben das einfach als mehr oder weniger Marketing Gag gemacht, um zu zeigen, was kann man eigentlich machen und tatsächlich in der Getränkeindustrie CO2, im Sprudelwasser, was hier auf dem Tisch steht, CO2 drin.

**Simone Wilson**

Carbonated?

**Tobias Keitel**

Genau.

**Tobias Keitel**

Und das CO2, was eben hier drin ist, womit das abgefüllt wurde, das kommt aus unseren Testanlagen in Essen. Um das vielleicht noch mal ein bisschen genauer zu erklären, also es gibt, wir, unser Prozess unterscheidet sich in Absorption und Desorption und das besondere in unserer Technologie ist, dass wir das Ganze entkoppelt voneinander fahren können. Das heißt, die Absorptionen sind einfach Türme, wo permanent CO2 absorbiert wird und dann bilden sich da Kristalle, Bikarbonatkristalle und wir haben eine Methode entwickelt, wie wir diese Kristalle speichern können, entweder als den Kristallform oder aufgelöst in Wasser und dann waren immer der Strom günstig, also weil dieser Absorptionsschritt, das ist eigentlich chemisch, da braucht man nur ein bisschen Pumpenleistung, die Flüssigkeit und Lüfterleistung, der verbraucht so gut wie keine Energie.

**Tobias Keitel**

Der große Energieverbrauch ist eben das CO2 wieder rauszulösen und den Wasserstoff aus diesem Bikarbonat und das ist die Desorption. Das ist eben das, was im Eingang gesagt, was jetzt aktuell verstärkt mein Thema ist, eben ein ganz spezielles Elektrolyseverfahren mit drei Kammern, drei Kammer-Elektrolyseverfahren, wo wir eben dann dieses Bikarbonat wieder auflösen und in der Mittelkammer eben das CO2 rausbekommen, neben dem Wasserstoff, der halt normalerweise in jeder normalen Elektrolyse rausbekommt.

**Simone Wilson**

Jetzt gibt es euch seit vier Jahren?

**Tobias Keitel**

Genau.

**Tobias Keitel**

Wir haben jetzt Geburtstag im September, vier Jahre Greenlyte.

**Simone Wilson**

Glückwunsch. Und ich habe so ein bisschen auch über euch gelesen, also der Fokus, ich will jetzt nicht sagen, der Fokus ist geschiftet, aber also erst mal was ja Klima, dann war es glaube ich E-Fuels und jetzt ist er aber so Resilient-Fuels, also ich will vielleicht gar nicht sagen geschiftet, sondern hat sich vielleicht nochmal ein bisschen geschätet.

**Tobias Keitel**

Ja, absolut. Ehrlich gesagt, ich glaube, dass die ganze Direct Air Capture Branche da, also wie ist die gestartet? Direct Air Capture, die Idee ist natürlich gekommen, wir haben zu viel CO2 in der Luft und jetzt kann man versuchen irgendwie weniger CO2 zu inventieren, aber da hat man ja irgendwie gemerkt, die letzten vielleicht 20 Jahre so richtig will die Menschheit das nicht, also man will trotz noch in Urlaub fliegen und was auch immer, also braucht es irgendwie technische Methoden und da ist Direct Air Capture natürlich eine der Antworten, wie man CO2 wieder aus der Luft kriegt, nur ist das natürlich relativ teuer und leider hat sich ja herausgestellt, dass so richtig will das auch keiner zahlen, also keiner ist jetzt irgendwie bereit dafür Geld zu zahlen, dafür dass einfach nur CO2 aus der Luft gezogen wird, sie irgendwie speichern kann, so das war aber bevor Greenlyte gegründet wurde, Greenlyte wurde schon von Anfang an ganz klar gegründet mit dem Ziel eben nicht diesen Carbon Capture in Storage, also CCS Ansatz zu fahren, sondern den Carbon Capture Utilisation, also man möchte das was man Capture halt wieder verwenden und dementsprechend war das schon von Anfang an nur klar, für vier Jahren war vielleicht als bei der Wind noch ein bisschen ein anderer, heute ist es nur mit dem Thema Green und wir speichern sie zwei, macht man halt gar nichts mehr und jetzt kommt halt gerade dieser Resilient Case eben noch dazu, wo Firmen oder die Länder halt sagen, hey wir brauchen irgendwie, wir sehen ja was mehr Straße von Hormuz, wozu das führen kann und was es eigentlich, wenn wir jetzt in der Krisensituation wären, wo würden wir dann eigentlich unseren Kraftstoff her kriegen und da stellt man fest, ui, das könnte kritisch werden und da braucht es halt Antworten und wir versuchen halt eine Antwort zu liefern.

**Simone Wilson**

Genau, ich glaube das ist vielleicht auch noch mal ganz wichtig zu verstehen, also dass ihr das nicht macht, eben nur um Carbon aus der oder CO2 aus der Luft zu holen, sondern schon mit dem Ziel dann eben auch was zur Verfügung zu stellen, was einen Nutzen hat.

(12:29 - 13:14)

**Tobias Keitel**

Ja absolut, also das, unsere Technologie ist gar nicht darauf ausgelegt, einfach das nur aus der Luft zu holen und dann möglichst irgendwie gut speichern zu können, absolut nicht, also es ist 100 Prozent darauf, es funktioniert natürlich auch, macht jetzt nicht so viel Sinn, also wir haben uns schon sehr, wir fokussieren uns sehr stark darauf, wie kommen wir sehr effizient, heißt mit möglichst wenig Energieaufwand eben das CO2 und H2, was wir ja co-produzieren, in gasförmiger Form rausbekommen und das dann eben wieder bereitstellen als sogenannten Feedstock für, was auch immer, also da kann man ja, gibt es verschiedene Routen, die man nehmen kann, wir sehen halt, dass der Markt am größten ist für E-Fuels, aber wir können eigentlich alles beliefern, wir können auch Bier abfüllen.

**Simone Wilson**

Ihr könnt auch Bier abfüllen und eine Party machen, happy Birthday.

**Tobias Keitel**

Ja, genau.

(13:17 - 26:12)

**Simone Wilson**

Gehen wir mal zu eurem Weg so ein bisschen, weil ich glaube seit November 2025 habt ihr eine erste integrierte Anlage in Duisburg und jetzt ist der nächste Schritt die erste kommerzielle Anlage und zwar im Chemiepark Marl, das ist ja dann die Skalierung für euch und das ist letztendlich auch eine echt anspruchsvolle Phase, weil jetzt aus einer anspruchsvollen Technologie eine wirkliche Anlage werden muss und die größere Komplexe uns gleich jetzt wirtschaftlich betreibbar ist. Ich glaube in der Gründerszene gibt es dafür auch so ein bisschen, gibt es da so eine Terminologie, Valley of Death, also kommen wir da jetzt raus oder bleiben wir da unten, was verändert sich auf dem Weg? Also von eurer ersten, sag ich mal Pilotanlage zu jetzt, wie verändert sich das?

**Tobias Keitel**

Also tatsächlich haben wir ja, also wir haben zwei Pilotanlagen schon im Betrieb eines, also eigentlich muss man mal aufzurollen, wir haben einen Essen, einen relativ großen Standort, mit einer großen Halle, da haben wir alle möglichen kleinen Teststände drin, das heißt da haben wir unseren Prozess einfach aufgeteilt in kleine Stücke sozusagen, machen wir die Grundlagenforschung auch dort und können da halt zum Beispiel nur den Stack betreiben oder nur kleine Absorptionstürme betreiben, um einfach die einzelnen Prozessschritte zu testen, dann haben wir draußen bei uns auf dem Hof eine sehr kleine Anlage, aber die ist auch komplett integriert, das heißt da kann man schon mal lernen, wie läuft der ganze integrierte Prozess aber auf einer relativ kleinen Skala, also maximal fünf Tonnen CO2 pro Jahr klingt jetzt viel, ist aber eigentlich nichts und in Duisburg die Anlage hat 40 bis 50 Tonnen, also schon mal das Zehnfache, das ist dann eben die zweite größere integrierte Anlage und da würden wir, das ist schon industrieller Maßstab oder Standard, mit dem die gebaut wurde, natürlich immer noch auf einem 10 mal 10 oder 20 mal 20 großen Meter großen Grundstück und die gehört auch uns die Anlage, wir betreiben die selber, ist eine Partnerschaft mit dem ZBT, die haben uns die netterweise den Standort zur Verfügung gestellt, aber es ist komplett in unserer Hand, das heißt unsere Verantwortung, was wir da machen und jetzt ist eben der große Step dieser Anlage in Marl und die Idee der Anlage in Marl ist zu sagen, okay, unsere Technologie ist im Grunde, wir wissen, dass es funktionieren kann, wir müssen es jetzt einmal sozusagen auf dem Maßstab bauen, indem wir auch eine sehr große kommerzielle Anlage bauen würden, heißt wir bauen jetzt für die Absorptionen ein Absorberturm und wir bauen drei hin, aber fangen jetzt mal mit einem an, da wird Ende des Jahres auch schon dort zu sehen sein und da sagen wir, das ist eigentlich die finale Größe von so einem Modul und wenn man in einer richtig großen Anlage denkt, ist es dann nur noch ein Numbering-up, das heißt da steht da nicht mehr ein Turm, sondern 100, bei der Elektrolyse denken wir das Ganze so, dass wir sagen, eigentlich müssen wir in Marl, wir müssen da die Zellen hinstellen, die Finalzellen sind, was die Größe angeht, was den Output angeht, was auch Performance angeht, um dann eben zu sagen, für eine große Anlage gibt es dann nicht eine Zelle, sondern eben 3.000 Zellen oder 10.000 Zellen, weil die Größe auch immer die Anlage dann ist, genau. Und dieser Schritt ist eigentlich, meiner Meinung nach, also man kann eine Idee super schnell im Labor entwickeln, also wir beide können jetzt hinsetzen, eine Idee entwickeln und teilweise schaffen wir es bei Greenlyte irgendwie am Anfang der Woche Ideen zu haben und am Ende der Woche zeigen wir irgendwie im Labor, dass es funktioniert.

**Tobias Keitel**

Das ist natürlich, das macht Spaß, das ist super, das geht schnell, aber das heißt halt noch lange nicht, dass das eben dann 1.000 Mal, 10.000 Mal funktionieren und also ich persönlich finde diesen Schritt auch eigentlich noch spannender als diesen ersten Mal eben irgendwas hinstellen Schritt, weil der ist am Ende ja das ist irgendwie die Nustys zu knacken gilt.

**Simone Wilson**

Aber so wie du es jetzt gerade geschildert hast, hörte sich das immer noch in Anführungsstrichen sehr einfach an, also halt ein größter Turm und so, aber das ist es ja nicht. Also was konkret ist die Herausforderung in der Stelle?

**Tobias Keitel**

Die Herausforderung, also ehrlich gesagt die Herausforderung ist vor allem, wenn man, also kleiner ist es halt immer einfacher irgendwie zu händeln und dann, wenn es irgendwie so ein großer Turm ist, gibt es natürlich alleine, ich muss zum Beispiel eine Flüssigkeit verteilen.

**Tobias Keitel**

Also ich muss irgendwie was wir brauchen, dass wir eine möglichst gleiche Flüssigkeitsverteilung haben, dass das CO2 sich gleichmäßig bindet und eben keine Hotspots gibt oder so. Und das macht man auf einer kleinen Skala im Labor und stellt fest, dass es funktioniert und dann auf einmal baut man einen Absorber der irgendwie zehn mal sieben Meter groß. Das heißt, da hat man auch mal ganz andere Herausforderungen.

**Tobias Keitel**

Plus Sachen im Labor zu betreiben, wird es in der Natur draußen, da kommen Wetterbedingungen dazu, da kommen irgendwie, jetzt in Marl ist es dann auch nicht mehr nur bei uns zu Hause, sondern da kommen Anforderungen von demjenigen hinzu, dem das Grundstück gehört, Regularien, also da kommt da unglaublich viel rein. Und klar, es ist eine größere Anlage zu bauen, immer deutlich komplexer als eine kleine Anlage mal eben zu bauen.

**Simone Wilson**

Mich würde jetzt noch mal interessieren, also ich hab gerade so gedacht, man, wie du sagst, man hat was im Labor, das funktioniert und dann geht man größer und größer.

**Simone Wilson**

Also gab es so, ich nenn sie jetzt mal Oh Shit Momente, wo man sich denkt, also damit haben wir jetzt gar nicht gerechnet und wie kriegen wir das gelöst?

**Tobias Keitel**

Ja, also ich mein, wir sind fairerweise ja, ich glaube, wenn wir uns jetzt im Jahr treffen und dann gucken, okay, was war, wie war das mal so, dann wird es da mit Sicherheit viel geben. Es gibt das jeden Tag, ehrlich gesagt, das irgendwie so Oh Shit Momente. Also wir, zum Beispiel, ich kann jetzt sehr gut von der Elektrolyse sprechen, wir haben Elektrolysezellen, die sind irgendwie zweimal zwei Zentimeter groß und darauf kann man eigentlich technologisch alles Mögliche validieren und dann wird man immer größer mit den Zellen und je größer die, also allein wenn man jetzt ein Druck ist, irgendwie Kraft pro Fläche, das heißt, der ist auf einer kleinen Fläche noch irgendwie leicht zu händeln, kleinere Energien und auf einer großen Fläche wird es dann auf einmal schwierig, das heißt, da geht auch mal eine Zelle kaputt oder so oder versagte Dichtung, die eigentlich auf einer kleinen Skala noch mega gut funktioniert hat.

**Tobias Keitel**

Also je größer man wird, desto komplexer werden einfach die Herausforderungen und ehrlich gesagt, haben wir, habe ich wöchentlich irgendwie Oh Shit Momente und das glaube ich auch das Start-up-Ding, dass man, dass man da ein bisschen resilient wird und sagt, ja es ist halt so, ja es gehen Sachen kaputt und es ist nicht alles einfach.

**Simone Wilson**

Okay und ich glaube die Kunst ist dann wahrscheinlich schnell es möglich aus diesem Moment wieder rauszukommen, also eine Lösung zu finden.

**Tobias Keitel**

Ja absolut, also das und das Tolle ist ja, also weil man eben, wie wir unterwegs sind, dann setzen wir uns wieder hin, überlegen was ist passiert, warum ist das jetzt kaputt gegangen und dann ist es wirklich fantastisch zu sehen, dass man nicht immer wieder irgendwelche Lösungen finde, aber teilweise ist es halt auch so, dass man irgendwie fünfmal in sowas rein rennt und erst beim sechsten Mal findet man irgendwie eine Lösung und man muss natürlich auch noch hier jetzt dazu sagen, dass wir uns irgendwie mit so zum Beispiel der Dreikammer Elektrolyse jetzt was antun, was irgendwie wo es Netz noch nicht viel vergleichswerte gibt.

**Tobias Keitel**

Das heißt, da kann man auch nicht immer irgendwie Leute um Hilfe fragen, sondern muss man einfach sehr schmerzhaft dann durch.

**Simone Wilson**

Ja, jetzt hattest du gerade so ein bisschen euren Arbeitsprozess auch angesprochen und also Meilensteine für euch, also garantiert letztendlich ja auch Funding und deswegen habt er einfach auch ein Tempo, was anders ist als das, was wir in der Industrie so in der Regel haben. Wie passt das zusammen? Also ihr braucht ja trotzdem Industriepartner, wie kommt ihr zusammen?

**Tobias Keitel**

Genau, also klar ein Grund dafür, warum wir schnell sind, ist glaube ich einfach, weil wir ein Haufen von junger motivierter Leute sind, die einfach Bock haben, irgendwie was zu bewegen und auch das Gefühl haben, okay, das was wir machen hat irgendwie Impact.

**Tobias Keitel**

Aber die Teil der Wahrheit, so ein großer Teil der Wahrheit ist natürlich auch als Start-up hat man natürlich nicht unbegrenzt Geld und kann sagen, oh ja, das war jetzt mal ärgerlich, sind jetzt 100.000 Euro weg, egal, geht halt weiter, irgendwer zahlt schon, sondern man hat natürlich schon und das ist im Start-up glaube ich auch das Besonderes, der da arbeitet auch so ein bisschen, das spürt und weiß, okay, das was ich mache, hat, trägt irgendwie, also es ist wichtig und ich bin auch ein Stück weit verantwortlich dafür, mit dem Geld halt vernünftig umzugehen und es ist halt begrenzt einfach, also es ist wirklich, es ist nicht für immer, das heißt, wir müssen in kurzer Zeit irgendwie Meilensteine zeigen, damit wieder neues Geld reinkommen, weil wir sind, wir sind jetzt hauptsächlich venture capital finanziert, was die halt sehen wollen, ist irgendwie weniger PowerPoints, die wollen sehen, okay, wie ist der Fortschritt, was sind jetzt die, warum, warum sollen wir euch nochmal Geld geben, zeigen uns mal, warum wir daran glauben sollen, dass in einem Jahr irgendwie der nächste große Meilensteins, das heißt, wir müssen ständig zeigen, okay, wir sind von 2 mal 2 Zentimeter jetzt hoch auf, weiß ich nicht, ein halben Quadratmeter oder ein Quadratmeter Zellfläche gekommen, das beeindruckt.

**Simone Wilson**

Ja, aber ich müsste ja jetzt mit meiner etablierten Technologie und mit meinen Prozessen gegebenenfalls mit meinen Dichtungen schlusshalten können, wie funktioniert das?

**Tobias Keitel**

Sehr gut, tatsächlich, also ehrlich gesagt, ich meine, wir machen ja nicht alles selber, also ganz wenig ehrlich gesagt machen wir nur komplett selber, wir haben viele Ideen, aber was wir jetzt vor allem auch sehr stark bei Greenlyte machen, haben wir auch in alten Firmen gemacht, aber jetzt gerade ist es so sehr stark im Fokus, auch in der Unternehmensphase, in der wir sind, wo wir sagen, wir kommen jetzt eigentlich ohne Partner nicht mehr weiter. Also, wir würden schon weiterkommen, aber wir glauben daran, dass wir viel schneller und schneller eben am Ziel sind, zu sagen, okay, wir haben jetzt was Robustes, wo auch jemand uns Garantien für gibt, also eine Technologie, die so robust ist, dass irgendwer sagt, okay, dafür garantiere ich, dass es funktioniert und ich finanziere das Ganze.

**Tobias Keitel**

Das geht eigentlich gut mit Partnern, das ist zumindest das, woran wir glauben. Das heißt, was wir gerade machen ist, wir suchen uns für die ganzen Teile, die wir haben, entweder sehr große Partner, die zum Beispiel, also Beispiel unserer Absorptionstürme, das ist eigentlich nichts anderes als Kühltürme. Also kann man natürlich sagen, warum sollten wir jetzt das nächste Kühlturmunternehmen sein? Da denken wir, wir gehen einfach auf Kühlturmbauer zu und sagen, hey, habt ihr Bock, das mit uns zu entwickeln und mit euren etablierten Technologien zu schauen, was kann man übernehmen und was bleibt dann am Ende noch übrig, wo wir wirklich sagen, das ist die Greenlyte Core Tech und das ist auch unser, das was wir einbringen.

**Tobias Keitel**

Und bei der Elektrolyse ist es ähnlich, also wir arbeiten mit, da gibt es jetzt nicht die eine Firma, aber es gibt natürlich zwei Kammer Elektrolyse Hersteller, auf die gehen wir zu und sagen, hey, wir glauben, dass man bei euch irgendwie gut eine dritte Kammer integrieren kann, hättet ihr Lust drauf und für diese Herausforderung, dann eben diese dritte Kammer zu bauen, das sind bei uns hauptsächlich Kunststoff und Dichtungsbauteile, die man dafür braucht. Das machen wir auch nicht selber. Da gehen wir dann auch eben zu Partnern jetzt wie euch und sagen, hey, wir glauben, dass ihr da helfen könnt und so funktioniert das.

**Simone Wilson**

Also das heißt, ihr arbeitet letztendlich hochgradig kollaborativ, nicht nur im Unternehmen selbst, sondern auch über die Unternehmen ganz hinweg.

**Tobias Keitel**

Also ich glaube, also die Firma wurde ja 22 gegründet von hauptsächlich dem Florian Hildebrand, das ist unser CEO, der hatte damals schon vorher eine Firma gehabt und hat dann irgendwie gesagt, ich will noch mal was anderes im Climate Tech Bereich machen, hat dann Greenlyte gegründet, hat noch einen zweiten in Niklas Friederichsen dazu geholt, der dann CTO geworden ist und die haben das dann aufgebaut. Die ersten zwei Jahre waren sehr stark von, okay, wir müssen jetzt wirklich im Labor unsere Technologie probieren von diesem Universitären, von der Idee, die die Duisburg entstanden ist, irgendwie das zu zeigen, dass man das überhaupt robust in der integrieren Anlage bei uns auf dem Hof hinbekommt.

**Tobias Keitel**

Check funktioniert. Und dann ging es darum, das einmal etwas größer in Duisburg zu zeigen und seit Ende 25 was angesprochen geht es jetzt wirklich darum, zu sagen, also für uns zumindest sehen wir das so, wie können wir mit Partnern eben diesen Weg bestreiten, dass wir halt schnell nicht nur irgendwas haben, sondern was wirklich Robustes haben, was eben am Ende auch gut funktioniert und wo man Performance Garantien darauf abgeben kann.

**Simone Wilson**

Was ist jetzt euer konkreter Zeitplan dann für Marl? Also du sagst es bis zum Ende des Jahres soll ein Turm stehen?

**Tobias Keitel**

Bisschen mehr als ein Turm, aber also der, wie gesagt, was die Absorption angeht, ist ein Turm.

**Tobias Keitel**

Also der Zeitplan ist der, dass wir möglichst viel schon bis Ende des Jahres stehen haben wollen, also physisch gebaut haben wollen und damit wir es in Q2 nächsten Jahres in Betrieb nehmen können. Genau und dann wollen wir ab Q2 erste Daten sammeln aus der Anlage, aber die, das ist für uns eigentlich, also dann die Entwicklung, das ist ja immer das Ding, wir haben, wir haben Dipläumen und wir haben Entwicklungen, natürlich die Entwicklung beschäftigt sich dann schon immer mit den nächsten Projekten.

**Simone Wilson**

Ich schwenke mal den Blick so ein bisschen trotzdem zur Dichtung, weil wir so eine Komponente sind, die Beachtung findet, wenn sie nicht funktioniert.

(26:15 - 27:29)

**Tobias Keitel**

Absolut.

**Simone Wilson**

Da würde mich interessieren, also solche Teile, wann habt ihr die auf dem Schirm in der Entwicklung und wann bringt ihr Partner mit an Bord, die sich dann, also die da wirklich Experten sind, also vielleicht auch ganz konkret zur Dichtung. Also wann ist euch aufgefallen, dass die Dichtung vielleicht wichtig sein könnte?

**Tobias Keitel**

Das stellt man sehr schnell fest, wenn man in dem Moment, wo man irgendwas mit Medien und Druck zu tun hat, also egal ob so Wasser, Wasserstoff, CO2 oder irgendwelche chemischen Substanzen, chemischen Flüssigkeiten ist, die nicht so cool sind, wenn sie auslaufen.

**Tobias Keitel**

Das heißt, da machen wir eigentlich täglich Erfahrungen mit und arbeiten da auch mit vielen Partnern auf den unterschiedlichsten Ebenen zusammen. Also wie gesagt, wir haben, wir bauen ja Rohrsysteme, da haben wir Flanschdichtungen, wir haben irgendwelche O-Ringe, wir haben eigentlich alles möglich, bis hin zu sehr großen Dichtungen, jetzt so Spezialanwendungen wie so ein Stack, wo man sich überlegt, okay, wir bauen Stacks oder Zellen, die sind irgendwie zwei bis drei Quadratmeter groß, haben am Rand, ringsherum logischer weise eine Dichtung, so was gibt es jetzt nicht standardmäßig am Markt, da braucht man dann eben wieder einen Partner, der sagt, okay, ich glaube, ich habe da eine Idee, wie das funktionieren kann. Also wir haben in allen Facetten, außer jetzt vielleicht in der Software, haben wir mit Dichtungen zu tun.

(27:31 - 31:13)

**Simone Wilson**

Aber Dichtungsexperten, habt ihr dann wahrscheinlich keine trotzdem?

**Tobias Keitel**

Wir nicht, aber brauchen wir auch nicht. Also meiner Meinung nach, wir müssen ja nicht neue Dichtungen erfinden. Also ich glaube, es gibt Firmen wie euch, die haben sich seit gefühlt 100 Jahren damit beschäftigt und warum sollen wir uns jetzt mit unserem limitierten, mit unserer limitierten Zeit und unserem limitierten Geld hinsetzen und irgendwie eine ganz tolle neue Dichtung erfinden.

**Tobias Keitel**

Das macht, glaube ich, dass wir nicht so zielführend.

**Simone Wilson**

Also es ist ja schon so wie du sagst, bei uns geht es ja wirklich immer nur um Drucktemperatur, Medium, vielleicht noch Beanspruchung, Mechanik und das ist alles also relativ straight, ja, so, da kann man sagen, also Wasserstoff ist jetzt ein Medium oder andere Dinge auch, die müssen halt abgedichtet werden. Aber du hattest ja im Vorgespräch auch schon gesagt, dass die Art und Weise wie ihr arbeitet letztendlich, den Prozess, also wie ihr arbeitet und wie ihr auch dann wieder umdenkt, dass das schon eine Herausforderung in der Zusammenarbeit ist und dass es da schon spezielle Partner braucht.

**Simone Wilson**

Also was macht für euch so eine gute Zusammenarbeit dann letztendlich auch aus?

**Tobias Keitel**

Genau, also ich glaube, ich würde das auch so sagen, also einen Partner zu finden, der so was grundsätzlich kann es einfach. Also es gibt, glaube ich, viele Firmen, die Dichtungen können. Wo es, und das gilt ja nicht nur für Dichtung, es gilt ja für alles andere.

**Tobias Keitel**

Also wenn ich jetzt irgendein spezielles Drehteil brauche, bauen wir uns keine CNC-Fräse bei uns hin für 150.000 Euro, das wäre Quatsch. Wir brauchen eine Firma, die uns gut mit uns zusammenarbeitet. Wo es am Ende immer schwierig ist, ist halt die meisten Firmen oder die etablierten Firmen, wenn ich zu denen gehe, die sagen, okay, ihr wollt eine Komponente X haben, dann geschickt uns mal bitte ganz spezifisch eure Requirements und sehr, sehr detailliert, was ihr haben wollt.

**Tobias Keitel**

Jetzt ist es so, dass, wie ich es eben dargestellt habe, manchmal ist es so, dass wir Montags zusammensitzen und irgendwie am Freitag eine Idee haben, von der wir glauben, dass sie irgendwie uns weiterbringt und da hat vielleicht in der Zwischenzeit schon mal jemanden erst das CAD-Modell gemacht. Das ist jetzt auch noch nicht perfekt und da gibt es jetzt auch noch nicht die perfekte Zeichnung vielleicht zu sein, von der ersten Mal nur ein Stepmodell und dann brauchst du halt irgendwie einen Partner, der genau auf das auch darauf Bock hat, den ich dann irgendwie am Donnerstag anrufen kann, sagen wir, ich habe echt eine verrückte Anfrage, ja, guck mal, ich schicke gleich mal ein CAD-Modell rüber, kannst du mal kurz checken, ob ihr so was überhaupt könntet oder sind wir hier komplett auf dem Holzweg. Und da gibt es halt Firmen, die irgendwie, die kontaktieren sie damit und die, also merkt es gleich und jetzt zusammen, aber die können das.

**Tobias Keitel**

Also die wollen oder können das nicht oder wie auch immer, die fühlen sich damit total unwohl und dann gibt es aber welche, die sagen, irgendwie ihr seid doch, ihr seid doch wahnsinnig, aber ich hab da Bock drauf. Schick mal rüber, ich guck mir das an.

**Simone Wilson**

Aber wie viel Zeit geht da drauf, also das hat ja schon was mit Passung auch zu tun.

**Simone Wilson**

Wenn ihr Partner habt, die das jetzt endlich nicht bringen können, dann wird das für euch ja auch in der Zusammenarbeit super schwierig. Also wie viel Zeit geht da drauf, so eine Passung zu finden? Also ist das schwierig oder würdest du sagen, dass es schon...

**Tobias Keitel**

Ja, also ich finde, also ist mein Job tatsächlich in Netz für die Elektrolyse, eben da mit den Partnern austauscht zu sein und es ist schwierig. Also es ist wirklich schwierig.

**Tobias Keitel**

Es muss ja auf vielen Ebenen passen irgendwie, dass man irgendwie so eine Arbeitsbasis, da gehört ja ein bisschen Vertrauen zu. Und wir haben, ich will da jetzt nicht ins Detail gehen, wo wir da Schwierigkeiten haben, aber wir haben teilweise echt bei Teilen, wo man denkt, die können nicht kompliziert sein. Da ist es schwierig, Firmen zu finden, die dann, das könnte man selbst, die, die dies können, dann schicken die ein Angebot und sagen, ja okay, das hat jetzt sechs Wochen Lieferzeit.

**Tobias Keitel**

Und dann fragt man das auch nicht, sagen ja, aber sechs Wochen ist okay. Und wir sagen, nein, sechs Wochen ist eine unendlich lange Zeit. Also es ist, für uns, es kann in sechs Wochen, kann sich unglaublich viel, viel drehen.

(31:14 - 31:30)

**Simone Wilson**

Aber wie löst ihr das dann intern? Also wie, wie, wie bekommt ihr das dann hin?

**Tobias Keitel**

Ja, also es gibt ja, es ist ja nicht so, dass es gar keinen gibt. Also ich finde, wir finden da schon Firmen, mit denen das dann funktioniert. Und es ist halt leider nur so, dass es, ich glaube, ohne die schwierig ist, solche Firmen zu finden.

(31:30 - 31:43)

**Tobias Keitel**

Und das braucht halt ein bisschen Zeit. Und ich meine, wir haben früh angefangen mit Partner einzuholen und das wechselt auch mal. Manchmal stellt man dann irgendwann fest, jetzt ist das vielleicht für die Phase der falsche Partner.

(31:43 - 33:10)

**Tobias Keitel**

Aber ich bin da, also für meinen Bereich bin ich ständig dran und hab auch gute Partner. Aber könnte immer noch mehr sein.

**Simone Wilson**

Aber wenn ich jetzt dann nochmal selbstkritisch auch auf uns schaue, also wenn du jetzt hier mal an die, an die Community nicht geben könntest, ne, die drei Dinge, die du dir wünschen würdest.

**Simone Wilson**

Also was das, also was es für euch echt besser machen würde in der Zusammenarbeit. Also was braucht es da konkret?

**Tobias Keitel**

Genau, also erst mal sich damit zufrieden stellen oder nicht denken, wenn ich jetzt eine unperfekte Anfrage schicke, dass das irgendwie affront ist oder so. Sondern das Verstehen, dass da irgendwie eine Firma ist, die gerne so früh ein Partner einbinden möchte, dass man eben nicht in die falsche Richtung entwickelt.

**Tobias Keitel**

Also aus meiner Erfahrung aus, was ganz kritisch ist, ich entwickle ganz lange an etwas rum, bis es wirklich perfekt ist. Dann gebe ich es raus zum Partner und der sagt dir, das kann man gar nicht fertigen. Und dann hab ich unglaublich viel Zeit kaputt gemacht.

**Tobias Keitel**

Oder ich bind den Partner ganz, ganz früh ein. Am besten hab ich den schon bei mir am Tisch sitzen. Geht natürlich nicht.

**Tobias Keitel**

Aber ich glaube, du verstehst, was ich meine. Und dann kann der mich sehr früh auch schon geiden dahin. Das entfordert natürlich einen gewissen Invest, weil das ist aus Partner Sicht auch schwierig.

**Tobias Keitel**

Und das verstehe ich auch. Aber das wäre sozusagen eine Sache, also die Flexibilität mit der Verarbeitung von Anforderungen, Requirements. Und dann eben selbst wenn man mal merkt, okay, das kann ich nicht, dann kriegt man ganz oft die E-Mail, wo steht sorry, können wir nicht.

(33:10 - 33:42)

**Tobias Keitel**

Und dann nun fünf Telefongespräche später stellen wir dann zusammen fest auf meine Initiative hin. Ja, die können es doch. Aber da ist sozusagen eine Anforderung drin, die, wo die denken, nee, deswegen können wir das nicht.

**Tobias Keitel**

Und dann sag ich ja, was genau ist in das Problem? Sagen wir ja, ja, die, keine Ahnung, da die eine Komponente X, da ist es schwierig. Das ist auch kein Problem. Wir reden doch hier über fünf Sachen, dann lassen wir die eine raus.

**Tobias Keitel**

Und das mache ich mit wem anders, oder mach's selber. Und aber bei den vier Sachen könnt ihr mir helfen. Und da nicht diese, diese Denke von, oh nee, kann man nicht weg.

(33:42 - 34:02)

**Tobias Keitel**

Da fragt man sich halt als Start-up manchmal so, geht's denen zu gut? Also, ist es so, dass es wirklich so viele Aufträge gibt, wenn man sich die gerade wirtschaftliche Situation anguckt, denkt man ja eigentlich, nee, dürfte eigentlich nicht so sein. Also da dieses, eine gewisse Galligkeit, sag ich mal, sagen, okay, da kann ich doch bestimmt irgendwas anbieten. Das wäre schon toll.

(34:02 - 34:20)

**Tobias Keitel**

Und dann natürlich das ganz große Thema Lieferzeiten, wobei da das natürlich immer, immer schwierig. Aber klar, wenn man irgendwelche Teile anfragt, die dann sehr, sehr lange Lieferzeiten haben, das tut schon weh.

**Simone Wilson**

Aber wenn ich das so höre, dann, also löst das bei mir sofort aus, dass ihr eigentlich nicht nach einem Produkt sucht.

(34:20 - 34:36)

**Simone Wilson**

Am Ende, sondern, ist es ja eigentlich eher eine Entwicklung. Da ist jemand, der kann solche Produkte herstellen, aber vielleicht nicht genau das, was ich brauche. Also es geht nicht darum, dass ihr ein Produkt anfragt, sondern, ich sag jetzt mal, Rahmenbedingungen irgendwie vorgebt.

(34:36 - 34:51)

**Simone Wilson**

Und in dem Rahmen könnt ihr uns helfen, in diesem abgesteckten Rahmen, auch wenn es das Produkt noch nicht gibt.

**Tobias Keitel**

Also so sehe ich das. Ich will ja, jetzt, wenn man sich andere Start-ups vor allem \[Ortsbezug unklar\] guckt, die sehr, wo alles integriert ist.

(34:51 - 34:56)

**Tobias Keitel**

Die sagen, nee, wir müssen alles selber machen. Die haben auch ein bisschen mehr Geld zur Verfügung. Das hat natürlich auch mal was damit zu tun.

(34:57 - 35:09)

**Tobias Keitel**

Das ist natürlich auch irgendwo ideal. Aber wir sehen das halt anders oder wir müssen das anders sehen. Wir brauchen eben dann diese Partner und wie du schon sagst, also ich kann natürlich hingehen und alles selber komplett entwickeln.

(35:09 - 35:18)

**Tobias Keitel**

Den Partnern nur noch fragen. Kannst du das dann kriege ich aber oft nein oder dann, weiß ich nicht, aber wenn ich, meine Vorstellung ist halt immer, ich gehe ganz früh auf euch zu. Dafür ist die Zusammenarbeit sehr bedynamisch.

(35:18 - 35:29)

**Tobias Keitel**

Aber ihr habt halt auch eine Chance, das so zu gestalten, dass es für euch passt. Und vielleicht kann der Partner daran ja auch wachsen, weil der merkt, okay, da bräuchte ich irgendwie ein anderes Werkzeug. Da kann ich das machen, das irgendwie.

(35:29 - 35:43)

**Simone Wilson**

Ja, und ist es schon, das glaube ich aber auch, ich kann jetzt auch nur aus unserer Sicht sprechen, will ich dieses Business Model unterstützen. Also ich glaube, das schwingt schon mit. Da kann ich jetzt nicht beurteilen.

(35:43 - 36:03)

**Simone Wilson**

Kannst du vielleicht noch mal sagen, also wie häufig musst du deinen Case erklären? Also wie häufig gehst du in solche Anfragen rein und musst erläutern? Was ist Greenlyte? Und so, also findet das häufig statt?

**Tobias Keitel**

Ja, natürlich. Also ich bei Daimler gearbeitet, da war das einfacher. Da gehe ich irgendwo hin, sag ich, wir haben, ihr fand von Daimler, so, okay, kein Problem.

(36:04 - 36:14)

**Tobias Keitel**

Und jetzt ist man halt Greenlyte, das ist man ja, keine Ahnung, wer ist das? Im Zweifelser ist man halt auch einfach nicht wichtig. Ich verstehe das auch, also das macht schon auch irgendwo Sinn. Da hilft das natürlich.

(36:14 - 36:42)

**Tobias Keitel**

Also was ich dann gern mache, ich setze mich dann irgendwie ins Auto. Wir gucken vor allem, dass wir Partner hier aus der Umgebung haben, genau aus dem Grund, weil wir sehr stark auch daran glauben, dass es Sinn macht, sich zu treffen, wie wir heute, und über die Dinge zu sprechen. Und wenn wir ein Problem haben, entweder zum Partner hinzufahren oder ihn kurz einzuladen, und wir haben es so oft schon erlebt, oder ich habe es auch so oft schon erlebt, wenn man redet und man hat das Gefühl, irgendwie so richtig checken ist nicht, dann lebt man die ein, dann kommen die vorbei, sehen das und sind auf einmal, ah ja, okay, das macht Sinn.

(36:43 - 37:18)

**Tobias Keitel**

Und natürlich hilft es, auch eben die Story zu erzählen. Und das müssen wir auch, wir können ja nicht sagen, hey, wir haben jetzt gerade den Absatz, hier ist ein Milliarden-Volumen hinter, aber wir können natürlich sehr gut erklären, warum wir glauben, dass es Sinn macht, jetzt da reinzugehen, auch für euch als Partner, um dann eben in 3 Jahren vielleicht in die Richtung zu kommen.

**Simone Wilson**

So, jetzt bin ich aber gemein, jetzt darfst du auch noch mal selbstkritischer auf euch schauen, also wenn du sagst, wenn ihr auf die Industrie oder die traditionelle Industrie trefft, was wären vielleicht Dinge, die uns helfen könnten, euch besser zu verstehen.

(37:18 - 38:28)

**Simone Wilson**

Also was könntet ihr anders machen?

**Tobias Keitel**

Ich glaube, also wir müssen halt als Start-up, sind wir manchmal eben auch zu schnell, das heißt, natürlich hilft es, Sachen sehr genau zu spezifizieren und sehr gut zu durchdenken, weil ich so eben auch ja, Fehlerquellen vermeide, vor allem wenn es auch um das Thema, wie baue ich zum Beispiel eine sehr sichere Anlage, was irgendwie Sicherheitskonzepte und so was angeht, da sind einfach etablierte Firmen wesentlich erfahrener, und die haben auch viel mehr Erfahrung im Umgang mit Behörden und wissen, worauf es ankommt, da können wir unglaublich viel lernen, wenn es darum geht, Spezifikationen zu schreiben, Requirements Prozesse einzuführen, also da kann man schon sehr, sehr viel von etablierten Firmen lernen und halt die ganzen, eben diese ganzen technischen Erfahrungen, die habe ich ja nicht. Also wenn ich jetzt einen Dichtungsfall habe, ich sehe immer eher nur den einzelnen Fall, wenn ich dich frage oder Leute aus eurem Team, die haben im Hinterkopf natürlich 50 andere Cases, wo die schon mal ähnliche Sachen erlebt haben und also das ist ja Wissen, auf das würde ich halt gerne zugreifen. Also da müssen wir ganz, ganz viel von denjenigen lernen.

(38:29 - 38:45)

**Simone Wilson**

Also ich nehme das so mit als eine gewisse Erdung. Also wenn ihr quasi im Laufschuh unterwegs seid und dann vielleicht doch mal ein Industriepartner, so ein bisschen eine Bremse reinhaut, kann das auch ganz gut sein, um nochmal genau zu schauen, dass man vielleicht dann nicht in die falsche Richtung läuft.

**Tobias Keitel**

Absolut.

(38:45 - 39:26)

**Tobias Keitel**

Also oder die Definition von, also wir können uns jetzt natürlich hinstellen und sagen, wir haben dann ein Technologienprodukt gebaut, das hat irgendwie TRL 8. Können wir einfach sagen. Also Technology, readiness level, kommt von der NASA, es wurde eingeführt, genau, ne? Wie weit man ist mit einer Technologie und wenn wir das jetzt einfach sagen, okay, dann können wir das claim, aber wenn jetzt ein industrieller Partner darauf guckt, der hat zum Beispiel, also nehmen wir jetzt das Thema Elektrolyse, der hat für seine Elektrolyseverfahren oder für seine Elektrolyseverfahren entwickelt, um Stresstests zu machen und um sozusagen das zu validieren und das haben wir ja nicht.

(39:26 - 40:34)

**Tobias Keitel**

Also wir können jetzt irgendwie uns was ausdenken, aber da hilft es natürlich, ein Partner zu haben aus der Elektrolyse, der sagt, na ja, also ihr müsst ein Protokoll fahren, das so und so und so aussieht, so viele Startstops, dann kann man eigentlich von einer validierten Technologie sprechen und das sind natürlich irgendwie dann Sachen, die in so einer Kooperation eben mit einem industriellen Partner entstehen.

**Simone Wilson**

Bevor wir jetzt so ein bisschen den Blick in die Zukunft richten, nur damit man es einordnen kann, gehe ich noch mal zurück zu Pilotanlage, integrierte Anlage und jetzt mal könntest du noch mal ganz kurz was sagen, also zu den Mengen, weil du gesagt hattest, na ja, das was wir da jetzt produzieren ist zwar schon mehr, aber also wie kann du das so ins Verhältnis setzen zu dem Bedarf, der vielleicht auch besteht oder bestehen könnte, wenn man es dann also utiliset am Ende.

**Tobias Keitel**

Genau, also ich kann mit so einer Anlage, die mir jetzt mal die Duisburg-Anlage zum Beispiel, da kann ich bis 40 Tonnen, 40 Tonnen, wenn die jetzt einigermaßen vollläuft, das sind natürlich Down-Times eingerechnet, also Wartungsintervalle jährlich.

(40:35 - 41:00)

**Tobias Keitel**

Aber sei ich jetzt einfach mal von 40 Tonnen CO2 aus der Luft ziehen pro Jahr, dann kann ich daraus ungefähr jetzt ein ganz grob 10 Tonnen SAF machen. Wenn man sich jetzt überlegt, so ein Airbus, je nach, da gibt es jetzt natürlich große Unterlieder aufs A380 oder A320 ist und wie voll der Betagen ist, aber jetzt nehmen wir mal so einen kleinen Ferienflieger nach Mallorca, der sich irgendwie sagen wir mal zwei Tonnen die Stunde zieht, Flugstunde zieht. Ein bisschen weniger, ein bisschen mehr.

(41:01 - 41:12)

**Tobias Keitel**

Nehmen wir mal zwei Tonnen an. Dann siehst du schon, dass nach fünf Flugstunden wäre eigentlich der gesamte Output aus so einer Anlage in Duisburg wäre eigentlich schon verpufft. Das verändert nichts.

(41:13 - 41:28)

**Tobias Keitel**

Jetzt nämlich eine Anlage, die 1.500 Tonnen hat. Also das, irgendwo grob das 30-Fache. Also wären das dann nicht mehr nicht mehr 10 Tonnen, sondern 300 Tonnen.

(41:28 - 41:53)

**Tobias Keitel**

Und selbst das ist natürlich dann sind dann auch nicht viele Flugstunden bis das weg ist. Das heißt, um wirklich relevant zu werden, muss ich halt sehr, sehr große Anlagen bauen, die dann sowas wie 100.000 Tonnen SAF pro Jahr machen.

**Simone Wilson**

Okay, und das wäre dann auch euer Herres Ziel zusammen dann mit sozusagen dem entsprechenden Preis dann auch dazu, dass es für unschuldig ist.

(41:54 - 42:11)

**Tobias Keitel**

Also wir wollen jetzt nicht unrealistisch groß denken, sondern was wir halt machen, wir gucken uns aktuelle Wasserstoffprojekte an. Das größte Wasserstoffprojekt ist NEOM. vielleicht NEOM in Saudi Arabien, das Projekt, wo auch The Line war, jetzt sind ja geswitched.

(42:11 - 42:28)

**Tobias Keitel**

Da gibt die Green Hydrogen Company aus Saudi Arabien und die haben zusammen mit thyssenkrupp nucera den größten Elektrolyseur der Welt gebaut. Das sind 2 Gigawatt an Leistung die da installiert sind. Das Wahnsinn sind 30.000 Zellen.

(42:28 - 42:52)

**Tobias Keitel**

Also wenn ich jetzt mal von einer Zelle spreche auf 2, irgendwas Quadratmeter haben die 30.000 solcher Zellen da verbaut, circa sind keine. Weiß man nicht, aber auf unserem Berechnung müsste das ungefähr in die in die Richtung gehen. Und jetzt, wenn wir da so eine Anlage bauen würden, dann werden das ungefähr 100.000 Tonnen an SAF, die man daraus bekommen würde.

(42:53 - 42:57)

**Simone Wilson**

Das macht dann schon einen Unterschied. Das macht schon einen Unterschied. Auf jeden Fall.

(42:59 - 43:24)

**Simone Wilson**

Jetzt werdet ihr zum, oder sage ich sage ich sage es mal so, ihr bekommt Rückenwind. Durch also gesetzliche Regulierung und jetzt ganz aktuell ist es ja auch so, dass Deutschland, Österreich und Luxemburg mehr als 2 Milliarden Euro für den Hochlauf von e-SAF heisst es, genau, bereitstellen wollen. Was, was bedeutet das für euch und was bedeutet das für eure Zukunft?

**Tobias Keitel**

Also erst mal ist natürlich eine super gute Nachricht.

(43:24 - 43:50)

**Tobias Keitel**

Ich habe es ja ganz zu Beginn gesagt, ich bin irgendwie von einem Markt gekommen, der mal einen krassen Buben hatte in Brennstoffzellenmarken, da haben wir gesagt, okay, so richtig will es doch keine haben. Es ist natürlich erst mal schön, jetzt in der Umgebung sich zu bewegen, wo der Markt einfach da ist oder scheinbar da ist. Gleichzeitig, man muss natürlich schon einfach das einordnen und sagen, also eine Tonne Kerosin, Fossil, Fuel sozusagen kostet weniger als 1000 Dollar.

(43:51 - 44:17)

**Tobias Keitel**

Vielleicht 600 je nachdem, das dranken wir ein bisschen. Und da werden wir natürlich nur schwierig hinkommen, sag ich mal, in die Preise. Das heißt, damit und jetzt muss man noch unterscheiden, bei unserem Markt gibt es, glaube ich, dann eben, haben wir auch schon mal drüber gesprochen, zwei Komponenten, einmal Resilient Case, da ist der Entry Point, was im Preis angeht, natürlich noch mal deutlich höher, weil ein im Verteidigungsfall ist man natürlich bereit, deutlich mehr nochmal auszugeben für einen Liter Sprit.

(44:17 - 44:40)

**Tobias Keitel**

Also wenn ich jetzt die Bundeswehr frag, ist 2,50 Euro für euch viel, da würden die sagen, na ja, wenn es hier produziert ist, dann nicht, da bin ich sogar noch bereit, deutlich mehr dafür auszugeben.

**Simone Wilson**

Bei Verfügbarkeit und Versorgungssicherheit?

**Tobias Keitel**

Absolut, absolut, weil die sagen, na ja, wenn es wirkt, mal zum Fall der Fälle kommt, dann brauchen wir diese Fuels. Und wir sind ja auch in dem GigaPtX Konsortium vertreten, da geht es genau darum.

(44:40 - 44:54)

**Tobias Keitel**

Also die Vision ist über 200 Anlagen in ganz Europa zu bauen, die jeweils die Länder dann, die europischen Länder mit Kraftstoffen versorgen. Und da wird aus den Anlagen der Liter Sprit nicht 2 Euro kosten. Teurer sei logischerweise, was nicht schlimm ist.

(44:55 - 45:13)

**Tobias Keitel**

Also weil man braucht jetzt auch nicht so viel für den Mittag. So, das ist der eine Punkt, wo man sagt, okay, da ist wirklich ein relativ hoher Preis zu rechtfertigen. Das andere ist eben, dann, wie du es angesprochen hast, und sind dann eben genau die, diese diese Regularien, die sind natürlich Menschen gemacht.

(45:13 - 45:43)

**Tobias Keitel**

Also die können auch wieder kippen, wir hoffen alle nicht. Aber wenn die kommen, ist es natürlich wunderbar, weil dann gibt's ab 2027, ich glaube 1, irgendwas Prozent, die beigemischt werden müssen, e-SAF, und damit ist der Markt ja eigentlich klar. Dann weiß man eigentlich genau, okay, alle Flüge, die ab Deutschland gehen, müssen so viel SAF halbenden halten, und da ist die Frage, wo kommt das SAF her? Da sind wir eben sehr eng austauscht und haben auch Off-Take-Agreements mit den Airlines, also Lufthansa-Tulfly, die dann eben sagen, okay, wir haben einen gewissen Preis.

(45:44 - 46:03)

**Tobias Keitel**

Ich sage, aber bei dem wären wir bereit, den Sprit zu kaufen. Der ist höher, als der Fossil-Fuel-Preis, auch wieder aus genauer demselben Aspekt, weil die sagen, der Fossil-Fuel-Preis schwankt total. Das heißt, wenn wir wissen, wir kriegen den Sprit, ganz, ganz, ganz sicher, unabhängig von allen Krisen, dann sind wir sogar bereit, ein gewisses Premium zu bezahlen.

(46:03 - 46:20)

**Tobias Keitel**

Und das geht eben aber nur mit den Regularien. Also ich glaube nicht, dass irgendjemand sagen würde, nur weil heute irgendwie das Wettergutes mach ich e-SAF, sondern dass dafür brauchen wir eben genau diese Regularien. Deswegen, jede dieser Nachrichten sind für uns gute Nachrichten.

(46:21 - 46:35)

**Simone Wilson**

Das ist vielleicht auch noch mal ein ganz schönes Bild, weil letztendlich braucht es ein Dreiklang. Also es braucht Unternehmen wie euch, Start-ups, die neue Technologien entwickeln. Dann braucht es uns, die bestehende Industrien beisteuern und auch gutes Know-how.

(46:35 - 46:47)

**Simone Wilson**

Und dann braucht es eine entsprechende Regulierung. Und damit das, was dann neu entsteht, dann letztendlich auch sich am Markt etablieren kann oder überhaupt dann abgefragt wird.

**Tobias Keitel**

100 Prozent, ja.

(46:48 - 47:17)

**Tobias Keitel**

Also genau das, also alleine werden wir es nicht schaffen als technischer Sicht, ohne jetzt irgendwie ein Geldregen zu bekommen und dann auf einmal doch alles Mögliche in-house machen zu können. Also ganz klarer Message, auch wir brauchen Partner und wir wollen die so früh wie möglich einbinden. Und auf der anderen Seite, wie du es sagst, das Fossil Fuel, 600 Dollar, 700, 800 Dollar, die Tonne werden wir nicht auf, also in so kurzer Zeit schlagen können.

(47:17 - 47:40)

**Tobias Keitel**

Deswegen sind wir da auch drauf angewiesen und die Welt braucht es ja auch. Ich meine, es ist ja nicht, wir machen das ja nicht zum Spaß irgendwie.

**Simone Wilson**

In die Zukunft, wenn wir in einem Jahr hier sitzen würden, was würdest du dann gerne, wo wärst du gerne mit Greenlyte und was würdest du dann gerne über Greenlyte erzählen wollen?

**Tobias Keitel**

Also ein Jahr in der Start-up-Welt ist verdammt lang, da kann sehr, sehr viel passieren.

(47:40 - 48:23)

**Tobias Keitel**

Aber jetzt mit Marl haben wir ein großes Projekt, wo wir jetzt eben rausgehen, auch aus diesem Labor hin und her probieren, sondern wir haben jetzt irgendwie ein Set-up, das ist eingelockt, zu 90 Prozent, wo wir sagen, das ist es jetzt, das bauen wir jetzt. Das heißt, wenn September nächstes Jahr, wenn ich dann hier sitzen kann und der erste Anlagendaten zeigen kann und sagen kann, hey, guck mal, wir treffen die Annahme, also wir haben eine große technisch-ekonomische Analyse gemacht, wo wir sagen, okay, wie teuer wird der Prozess und vor allem, wie energieeffizienz schaffen wir es. Und wenn wir da irgendwie sehr nah dran kommen und ich hier sitzen kann und sagen, guck mal, das ist die Theorie, das ist die Praxis auf einer relevanten Skala, dann, glaube ich, bin ich sehr zufrieden.

(48:24 - 49:07)

**Simone Wilson**

Und wehrt ihr dann aus der Start-up-Welt schon heraus?

**Tobias Keitel**

Ich glaube, aus der Start ist es immer eine spannende Frage, was ist eigentlich, wann ist ein Start-up, eigentlich nur ein Start-up? Und wir sind jetzt über 80 Leute, wir reden mit absolut etablierten Unternehmen auf der technischen Seite, wir bauen Multi-Millionen-Projekte, ist man dann eigentlich nur ein Start-up, kann ich jetzt auch gar nicht so genau sagen.

**Simone Wilson**

Wenn ihr ein Geld verdient seid, ihr habt ja ein Start-up?

**Tobias Keitel**

Ich glaube, es kommt immer darauf an, ich habe Tage, da denke ich, jetzt ist mega Start-up und dann gibt es wieder Tage, wo man sagt, boah, jetzt schlagen wir uns mit 1.000 Regulierungen rum irgendwie für die Anlage und machen irgendwelche Risk-Assessments und so, das fühlt sich dann überhaupt nicht mehr nach Start-up an. Also eher ein Vibe, also das heißt, es bleibt echt immer ein bisschen Start-up, erhalts.

(49:07 - 50:08)

**Tobias Keitel**

Ich hoffe, also das Mose ist, weil das, also diesen Vibe brauchen wir, um eben diese Leichtigkeit auch reinzukriegen, weil selbst das trockenste Thema wird jetzt irgendwie eine komplette HAZOP Workshop, den man über mehrere Tage macht. Auch da kann man einfach überlegen, wie kann ich das in einem gewissen Stil machen, der regulatorisch absolut wasserdicht ist, aber trotzdem den Leuten irgendwie ein bisschen mehr Spaß macht und die auch das Gefühl haben, hier meine Arbeit ist irgendwie relevant und von daher möchte ich gar nicht aus diesem Start-up Vibe komplett raus, aber technisch würde ich sagen, haben wir den schon verlassen oder verlassen ihn gerade und nach der Anlage, die nächste Anlage ist jetzt nicht direkt so ein NEOM-Projekt, das sind wir uns auch total bewusst, sondern es braucht mindestens nochmal einen so einen Zwischenschritt, wo man eine große Anlage, also eine relevant große Anlage, die dann wirklich kommerziell Sinn macht, baut und da sind wir gerade dran, so ein Projekt zu finden. Ich glaube, wenn man diese Anlage baut, dann ist man final raus aus dem Start-up Vibe, sehr cool.

(50:08 - 50:30)

**Simone Wilson**

Aber das ist Vibe aus dem Start-up. Aber was wir auf jeden Fall sagen können, sollten wir im nächsten September nochmal hier sitzen, können wir fünfjährigen Geburtstag feiern und dann gibt es vielleicht noch mal ein neues Bier, oder?

**Tobias Keitel**

Ja, das also wir produzieren tägliches CO2, das heißt unser CO2, das können wir gerne abgeben, hat Lebensmittelqualität, wie es aus unserem Prozess kommt, deswegen.

**Simone Wilson**

Dann gibt es Geburtstagsprämie.

(50:30 - 50:47)

**Tobias Keitel**

Absolut, ja.

**Simone Wilson**

Ja, dann sage ich erst mal vielen Dank, es war ein super spannendes Gespräch, auch für die Einblicke in deiner Arbeit, eure Arbeit, das, was ihr macht und wie ihr euch auf diesem Weg bewegt. Absolut spannend für mich und ich hoffe für unsere Hörer und Hörerinnen auch.

(50:48 - 51:17)

**Simone Wilson**

Jetzt sind wir zu Beginn mit einer Frage gestartet. Innovation ist schnell, aber ist die Industrie es auch? Also ich glaube, hierauf gibt es keine Antwort, die somit, oder nichts, was man einfach somit ja oder nein beantworten kann, was ich mitgenommen habe, ist, dass es eine besondere Art der Zusammenarbeit braucht und vielleicht auch ein besonderes Verständnis für einander. Und dass sich eben an Schnittstellen auch häufig entscheidet, ob aus technologischer Innovationen dann am Ende auch industrielle Realität wird.

(51:17 - 51:35)

**Simone Wilson**

Und dass es unterschiedliche Akteure braucht, die an der Stelle mitwirken. Dann sage ich vielen Dank fürs Zuhören, bleiben Sie in Verbindung und bis zum nächsten Mal beim IDT Podcast für neue Perspektiven und frische Impulse in der Industrie und Dichtungstechnik. Vielen Dank.

(51:35 - 51:41)

**Tobias Keitel**

Sehr gerne. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. einen schönen Tag.

(51:41 - 51:43)

**Tobias Keitel**

Ich wünsche Ihnen Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Ich wünsche Ihnen