PTFE-Schutz- & Abdichtungsring

Für Mannlochöffnungen mit Verschlußdeckel

Ausgangssituation

Die Emaillierungen in emaillierten Reaktions- und Rührwerksbehältern sind schlag- und stoßempfindlich.

Durch Schlag oder Stoß kommt es leicht zum Abplatzen der Emailleschicht, das häufig sehr teure Reparaturen oder die Reemaillierung des ganzen Kessels erforderlich macht.

Gefährdet sind insbesondere die Innenseiten von Mannloch-, Einfüll- und Probenahmestutzen, da bei der Manipulation bei geöffnetem Deckel eine Stoß- und Schlagbeanspruchung nicht ausgeschlossen werden kann.
Zur Reduzierung der Gefährdung des Behälters hat man daher bisher Konstruktionen nach Bild 1 o. a. eingesetzt.

Zwischen Stutzenöffnung (1) und Deckel (2) befindet sich ein emaillierter Stahlzwischenring (3), der beidseitig mittels Dichtungen (4) nach Einzelheit „A“ gegen Stutzen und Deckel abgedichtet wird.
Nachteilig ist bei dieser Ausführung, daß

  • die emailierten Stahlzwischenringe gegenüber
    den genannten Beanspruchungen
    ebenfalls empfindlich sind und unbrauchbar
    werden können,
  • kein Schutz der Stutzeninnenseiten
    besteht,
  • beim Anlegen eines Vakuums die obere
    Dichtung leicht einknickte und undicht
    wurde,
  • ein öfterer Wechsel der oberen Dichtung
    bei häufigem Öffnen des Deckels (Probenahme,
    Zugabe von Einsatz- und Zuschlagstoffen)
    erforderlich wurde.

Zur Beseitigung geschildeter Nachteile bietet IDT eine intelligente Lösung an, die ohne Zwischenringe und beidseitig aufgelegte Dichtungen auskommt, funktionssicher ist und eine hohe Abdichtgüte besitzt.

Problemlösung

Wesentliche Elemente der neuen Dichtungsausführung sind ein Grundkörper (5) mit am Innenmantel eingearbeiteter umlaufender Nut und eine darin eingezogene Schürze (6).
Grundkörper und Schürze bestehen aus elektrisch leitfähigem Hostaflon®-TFM 4220 (in der Molekülkette modifiziertes PTFE mit hervorragenden dichtungstechnischen Kennwerten).
Der Grundkörper weist an Ober- und Unterseite eine Kammprofilierung zur Flüssigkeitsabdichtung
auf. Die beidseitig vorhandene Schwalbenschwanznut dient der Aufnahme
jeweils eines dichtenden O-Ringes (7).
Diese O-Ringe dienen der Erzielung von Gasdichtheit und bestehen aus elastischem Material (FPM) mit oder ohne PTFE-Ummantelung.
Eine in Abhängigkeit der Betriebsbedingungen ausgelegte Bandage (8) aus Edelstahl gewährleistet Berstsicherheit bei Innendruckbeaufschlagung nach den Forderungen der Druckbehälterverordnung.

Die Höhe der Bandage beträgt ca. 70 % der Dicke des Grundkörpers, ihre Dicke ist
größer als 2,5 mm.
Die Bandage trägt im Außenbereich Laschen (9), welche die Dichtung am Behälterstutzen fixieren und damit eventuelle Undichtheiten durch Verrutschen derselben verhindern, sowie zur Ableitung elektrischer Aufladung
genutzt werden können.
Die Dichtungsausführung kann sowohl für kreisrunde als auch für ovale Stutzen gefertigt werden.

Eigenschaften

  • nahezu universelle Beständigkeit gegen Chemikalien und Lösungsmittel
  • armierte und ausblassichere Dichtung im Sinne der UVV
  • dichtet und schützt Mannloch-, Einfüll und Probenahmeöffnungen emaillierter Behälter vor Beschädigung der Dichtflächen und Innenseiten der Stutzen
  • vermeidet teure Reparaturen oder Reemaillierungen des gesamten Kessels erspart den Einsatz teurer emaillierter Stahlzwischenringe und häufig zu erneuernde Dichtungen
  • weist nach den bisherigen Erfahrungen auch bei rauher Betriebsweise (dreimaliges Öffnen und Schließen des Deckels pro Woche) eine lange Standzeit (2,5 Jahre) auf
  • keine Produktverunreinigung gesundheitlich unbedenklich
  • elektrisch leitfähig (Ableitung elektrostatischer Ladungen)
  • asbestfrei

Anwendungen

  • max. Betriebsdruck 10 bar
  • max. Betriebstemperatur ca. 200 °C
  • spannungsempfindliche Flansche
  • aggressive und toxische Medien in gasförmigem und flüssigem Zustand
  • Pharma-, Chemische Industrie
  • Chargenbetrieb (Temperatur- und Druckwechsel)

Einbauempfehlungen

  • Dichtung zwischen sauberen, trockenen und fettfreien Flanschen montieren
  • Mindestflächenpressung 5 N/mm2
  • Schrauben über Kreuz in Stufen zu 50 %, 75 % und 100 % des Endanzugsmomentes
    anziehen. Alle Schrauben so oft überprüfen und nachziehen, bis alle das vorgesehene
    Endanzugsmoment erreicht haben.

Die an- und Nachzugsempfehlungen der Emailbehälterhersteller sind einzuhalten.
Das Bauteil unterliegt der Druckbehälterverordnung.
Diese Angaben entsprechen dem heutigen Stand unserer Kenntnisse und sollen über unsere
Produkte und deren Anwendungsmöglichkeiten informieren. Sie haben somit nicht die Bedeutung,
bestimmte Eigenschaften der Produkte oder deren Eignung für einen konkreten Einsatzzweck zuzusichern.
Etwa bestehende gewerbliche Schutzrechte sind zu berücksichtigen. Eine einwandfreie
Qualität gewährleisten wir im Rahmen unserer allgemeinen Verkaufsbedingungen.

Sicherheitshinweise/ Brandverhalten

Beim Überhitzen (über 400 °C) von Hostaflon®-TFM entstehen gesundheitsschädliche Zersetzungsprodukte, hauptsächlich in Form von Fluorwasserstoffverbindungen.
Es sind deshalb die Sicherheitsmaßnahmen zu beachten (siehe Merkblatt „Hostaflon® Sicherheitsdaten der
Rohstofftypen und Sicherheitshinweise für die Verarbeitung“, KS 613).
Hostaflon®-TFM ist schwer entflammbar.
Nach dem Limiting-Oxygen-Index-Test beträgt der LOI-Wert 95 (d. h. erst in einer Atmospäre, die mehr als 95% Sauerstoff enthält, kann der Werkstoff zum Brennen gebracht werden).