Flechtarten & Einbauhinweise

4-diagonales Geflecht Trapez-Querschnitt

  • geringe Reibungswärme
  • optimale Kraftverteilung
  • geringe Verschleiß an Packung und Welle

2-diagonales Geflecht (Zopf)

  • große Oberfläche
  • gute Elastizität

3-diagonales Geflecht

  • gute Querschnittsstabilität
  • dichte Flechtstruktur

4-diagonales Geflecht

  • sehr dichte Flechtstruktur
  • glatte Oberfläche
  • hohe Querschnittsstabilität

Konzentrisch, ein oder mehrfach umflochtener Kern

  • dichte Oberfläche

gepresste Ringe aus Reingrafit-Folie

  • hohe Querschnittsdichtheit
  • sehr gute Druck-, Temperatur- und
    chemische Beständigkeit

Montage- und Inbetriebnahmehinweise

Stopfbuchspackungen

Nur den jeweiligen Stopfbuchsabmessungen entsprechende Packungen verwenden! Zu dünne oder zu starke Packungen dürfen nicht durch Klopfen oder Pressen auf Maß gebracht werden.

Pumpenpackungen sollten geringes Untermaß (je nach Abmessung zwischen 0,1 und 0,4 mm), keinesfalls Übermaß aufweisen.
Alte Packungsreste entfernen, Stopfbuchse sorgfältig reinigen. Riefen, Schmutz und evtl. Rostansatz an Welle bzw. Spindel und Gehäuse müssen entfernt werden – wenn notwendig, nachpolieren.
Spalt zwischen Welle und Gehäuse.
0,2 mm sollten nicht überschritten werden, damit die Packung unter Druck nicht in den Spalt extrudiert werden kann. Notfalls müssen entsprechende Vorlageringe oder genau passende Grundbuchsen vorgesehen werden.

Ablängen der Packungen bei Verwendung von Meterware

Packungslängen mittels Packungsschneider einbaumaßgerecht herstellen oder Packung auf einen Dorn (gleicher Durchmesser wie die abzudichtende Welle) spiralenförmig aufwickeln und mit einem Messer entlang der Dornlängsachse durchtrennen.
Eine andere Methode besteht darin, die erforderliche Länge der Packungsabschnitte zu berechnen und danach die Längen einzeln mit Schrägschnitt abzuschneiden. Da Packungen textile Gebilde mit unterschiedlichem Stauch- und Dehnverhalten sind, kann nur mit Näherungsformeln gearbeitet werden.

Wir empfehlen als Berechnungsformel:

L = (Di + s) · π · 1.07 für asbestfreie Packungen
L = Länge des Packungsabschnitts [mm]
Di=Ring-Innendurchmesser [mm]
s = Packungsbreite [mm]

Je nach Packungswerkstoff und -abmessungen sind Abweichungen möglich.

Einlegen der Packungsringe oder -längen

Nur einzelne Packungsringe oder der Ringabmessung entsprechende Längen einlegen. Packung keinesfalls um die abzudichtende Welle oder Spindel wickeln. Die geschnittenen Ringe vorsichtig um die Welle oder Spindel legen (durch radiales und axiales Aufbieten) und mit der Schnittstelle zuerst in die Buchse einführen. Dann Ringe einzeln, mittels geeigneter Stopfwerkzeuge (z.B. ein oder zweiteilige Hülsen - keinesfalls Schraubenzieher etc.) rechtwinklig zur Wellen- oder Spindelachse eindrücken und verpressen. Die Schnittstellen der Packungsringe sind beim Einlegen um jeweils 90° zu versetzen.

Anziehen der Stopfbuchsbrille

Bei Armaturen Brillenschrauben bzw.-muttern fest anziehen (Spindelrad muß sich jedoch noch von Hand drehen lassen).
Bei Pumpen Brillenschrauben bzw. -muttern nur leicht von Hand anziehen, dann Einlaufvorgang wie nachstehend beschrieben.

Einlaufen der Packungen (Pumpen)

Von einer Pumpenstopfbuchse normaler Konstruktion darf keine absolute Dichtheit erwartet werden. Eine sogenannte Tropfenleckage ist notwendig, um ein Überhitzen oder gar Verbrennen der Packung durch Reibungswärme zu verhindern. Das richtige Einstellen bzw. Einregulieren einer Stopfbuchse ist mitbestimmend für die Lebensdauer der Packung. Es erfordert Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Sofern Kühl- oder Sperrflüssigkeit benötigt wird, sind zuerst die Ein- und Auslaufleitungen zu öffnen. Erst dann die Pumpe anlaufen lassen. Am Anfang reichlich Leckage zulassen, dann Stopfbuchsbrille vorsichtig durch stufenweises Anziehen der Brillenmuttern (jeweils 1/6 oder 1/12 Drehung) nachstellen, bis die Leckage auf das gewünschte Minimum abfällt.

Während dieses Vorganges sind Welle und Stopfbuchse auf Temperaturanstieg zu kontrollieren. Bei Anzeichen von Überhitzung soll die Brille nicht weiter angezogen, sondern eventuell leicht gelockert werden, damit durch verstärkte Leckage wieder Normaltemperatur erreicht wird. Danach Brille wieder leicht nachstellen (in Abständen von 10-15 Minuten), bis die Leckage wieder unter Kontrolle ist.

Haben sich Temperatur und Leckage auf ein Gleichmaß eingestellt, ist nur noch in größeren Zeitabständen Wartung bzw. Kontrolle erforderlich.

Speziell für unsere Pumpenpackungen, Typ 2229 und 2722, empfehlen wir, die komplette Packung im Stillstand vor dem Anlaufen durch Anziehen der Muttern zu verdichten, danach die Muttern zu lösen, anschließend wieder fingerfest anzuziehen und dann erst die Pumpe einzuschalten.

Alle Angaben in dieser Technischen Information entsprechen dem heutigen Stand unserer Kenntnisse und sollen über unsere Produkte und deren Anwendungsmöglichkeiten informieren. Sie haben somit nicht die Bedeutung, bestimmte Eigenschaften der Produkte oder deren Eignung für einen konkreten Einsatzzweck zuzusichern und begründen keine Haftung unsererseits.